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Behandlungsdaten 2012

 

Darstellung der ambulant behandelten GlücksspielerInnen 2012

Diese aktuellen Daten beziehen sich auf ambulant behandelte GlücksspielerInnen in den Behandlungseinrichtungen b.a.s., Drogenberatungsstelle des Landes, Psychosoziales Netzwerk (Judenburg, Knittelfeld und Murau), Suchtberatung Obersteiermark.

Die Anzahl der Spieler, die Behandlung benötigen, beträgt 490 und ist trotz gleichbleibender Kapazitäten der Glücksspielsuchtbehandlung 2012 erneut, wenn auch im geringen Maße, gewachsen. Der prozentuelle Anteil von GlücksspielerInnen in den Suchtberatungsstellen ist damit weiter angestiegen.

 

Anzahl der SpielerInnen in ambulanter Behandlung

Anzahl der ambulant behandelten GlücksspielerInnen

 

Alter

Altersverteilung der GlücksspielerInnen

Betrachtet man die Altersverteilung der Hilfesuchenden über die letzten Jahre, so lassen sich keine großen Veränderungen feststellen. Auch 2012 sind ca. 1/5 der Hilfesuchenden unter 25 Jahren. Die größte Gruppe ist jene der 26–35 Jährigen (36%). Fast ¼ der Betroffenen sind zwischen 36 und 45. Das Durchschnittsalter beträgt 34,7 Jahre.

 

Geschlecht

Es zeigt sich, dass die Glücksspielproblematik zunehmend auch Frauen betrifft und diese auch in Beratung und Behandlung gehen. Während im Jahr 2010 der Anteil ca. 13% beträgt, so ist dieser 2012 bereits 16%.

 

Familienstand

Auch beim Familienstand zeigt sich ein ganz ähnliches Bild wie die Jahre zuvor. 53% der SpielerInnen waren zum Zeitpunkt des Erstgesprächs verheiratet bzw. lebten in einer Lebensgemeinschaft, 34% waren ledig, 19% geschieden.

 

Berufliche Situation

61% der betreuten GlücksspielerInnen waren berufstätig. 21% waren arbeitslos, 4,5% in Pension und jeder Zehnte befand sich in Ausbildung. Diese Verteilung entspricht, ebenfalls annähernd dem Bild aus den Jahren, zuvor.

 

Spielschulden

Spielschulden

17,5% geben an schuldenfrei zu sein. Dieser Anteil ist gestiegen und zeigt, dass auch SpielerInnen in einer früheren Phase Behandlungsangebote wahrnehmen, in der die finanzielle Situation nicht überspannt ist.

82,5% der SpielerInnen haben infolge ihres Glücksspiels Schulden, davon 30% mehr als 35000 €. Insgesamt ist die Verschuldenshöhe jedoch in den letzten Jahren angestiegen.

 

Dauer der Glücksspielproblematik

Dauer der Glücksspielproblematik

Die Dauer der Glücksspielproblematik der Betroffenen hat in den letzten beiden Jahren zugenommen.

 

Problematische Glücksspielform
(Mehrfachnennungen waren möglich)

Problematische Glücksspielformen

Weiterhin dominiert das Automatenglücksspiel als problematischste Spielform. Über die Jahre ist eine Zunahme bei der Onlineglücksspielsucht von 8% im Jahr 2010 auf 12% im Jahr 2012 feststellbar.

 

Ort des Spielens
(Mehrfachnennungen waren möglich)

Problematische Glücksspielformen

 

Beratungs- und Therapiemotivation
(Mehrfachnennungen waren möglich)

Als Hauptmotiv für die Vereinbarung eines Erstgesprächs in einer Behandlungsstelle wurde von 72% der Betroffenen finanzieller Druck infolge des Glücksspiels genannt. Weitere wichtige Motive waren für 64% familiäre Schwierigkeiten, sowie für 47% psychische Probleme.

Rechtliche Probleme als Folge des Glücksspiels gaben 12% als Grund zur Kontaktaufnahme mit einer  Behandlungsinstitution an.

 

Suchtspezifische Differentialdiagnostik

Hinsichtlich zusätzlichen Suchtmittelkonsums zeigte sich, dass Alkoholprobleme (parallel bzw. sekundär) in einem Ausmaß von 13% erhebbar sind. Dies ist im Hinblick auf die vorangegangenen Jahre ein Rückgang um 5%.

 

Beschreibung der Angehörigen in ambulanter
Behandlung 2010 - 2012

Beratungsnachfrage

88 Angehörige haben in den Jahren 2010–2012 in den Beratungseinrichtungen Unterstützung aufgrund der Spielsucht einer nahestehenden Person gesucht.

Geschlecht

83% der hilfesuchenden Angehörigen sind Frauen.

Art der Beziehung

Angehörige, die eine Beratung aufsuchen sind in erster Linie die Partnerinnen mit einem Anteil von 58%, Eltern bzw. Elternteile haben einen Anteil von 27%.

Folgeproblematik für Angehörige
(Mehrfachnennungen waren möglich)

Die größte Auswirkung durch die Spielsucht eines Familienmitgliedes auf Angehörige betreffen finanzielle Schwierigkeiten (85%). Ähnlich schwer wiegen aber auch die familiären Probleme (78%) gefolgt von psychischen Problemen (62%).

Versuche der Angehörigen auf das Spielverhalten Einfluss zu nehmen
(Mehrfachnennungen waren möglich)

Die häufigste Maßnahme auf den Spielenden einzuwirken wird in Form von Gesprächen (88%) versucht. 53% der Angehörigen haben die Geldverwaltung übernommen und jeder Fünfte gibt weitere Kontrolltätigkeiten (z.B.: Geldbörseninspektion) an.

Erwartungen der Angehörigen an eine Spielsuchtberatung

Der Großteil der Angehörigen vereinbart einen Beratungstermin, um für sich Unterstützung in psychischer Hinsicht bzw. zur Druckentlastung zu holen. Bedeutsam sind für Angehörige darüber hinaus, Informationen zum Krankheitsbild sowie Hilfestellungen für das eigene Verhalten zu erhalten.

 

Stationäre Behandlung von GlücksspielerInnen 2012

Auf den Allgemeinpsychiatrischen  Abteilungen der Landesnervenklinik Sigmund Freud (LSF) wurden 40 PatientInnen mit der Diagnose Pathologisches Glücksspiel (Haupt-/Nebendiagnose) akut behandelt. Eine stationäre Behandlung war aufgrund von schwerer depressiver Symptomatik bzw. nach Suizidversuchen indiziert.

Im Zentrum für Suchtmedizin der LSF wurden 43 PatientInnen mit der Diagnose Pathologisches Glücksspiel behandelt. Bei ca. 50% war Alkoholabhängigkeit die Hauptdiagnose.

Eine 8-wöchige Entwöhnungsbehandlung, die seit Mai 2012 wieder möglich ist,  absolvierten 12 Personen (Hauptdiagnose: pathologisches Glücksspiel) in 2 Turnussen.