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Behandlungsdaten 2013

 

Darstellung der ambulant behandelten GlücksspielerInnen 2013

Der Anteil der GlücksspielerInnen, die in Suchtberatungsstellen Hilfe suchen, ist weiter angestiegen, und entspricht für 2013einer 14%igen Zunahme im Vergleich zum Vorjahr.Da es 2013 zu keiner Ausweitung von Behandlungs-, Beratungsleistungen für GlücksspielerInnen kam, ist dieser Anstieghauptsächlichdurch eine Verringerung des Behandlungsanteils bei anderen Suchtdiagnosegruppenmöglich gewesen.

 

Anzahl der SpielerInnen in ambulanter Behandlung

Anzahl der ambulant behandelten GlücksspielerInnen

 

Alter

Das Durchschnittsalter der GlücksspielerInnen beträgt insgesamt 37Jahre. Das Durchschnittsalter der männlichen Klienten liegt bei 36Jahren, bei den weiblichen Glücksspielerinnen liegt das durchschnittliche Alter bei 40 Jahren.

Anzahl der ambulant behandelten GlücksspielerInnen

 

Geschlecht

75% sind Männer und 25% sind Frauen, damit ist der Anteil der Frauen, die glücksspielspezifische Beratung aufsuchen, deutlich angestiegen. Das entspricht einem Geschlechterverhältnis von 3:1.

 

Familienstand

Beim Familienstand zeigt sich keine Veränderung im Vergleich mit den vergangenen Jahren. 53% der SpielerInnen waren zum Zeitpunkt des Erstgesprächs verheiratet bzw. lebten in einer Lebensgemeinschaft, 28,7 % waren ledig, 17,0% geschieden.

Altersverteilung der GlücksspielerInnen

 

Berufliche Situation

Auch bei der beruflichen Situation der Betroffenen zeigen sich keine Veränderungen im Vergleich mit den vergangenen Jahren.

Altersverteilung der GlücksspielerInnen

 

Spielschulden

Etwa 30% der Betroffenen geben an, schuldenfrei zu sein.  70% der GlücksspielerInnen haben infolge ihres Glücksspiels Schulden, davon 28,8% bis 7.000 Euro, 44,8% bis 35.000 Euro, 14,7% bis 70.000 Euro und 11,7% über 70.000 Euro. Der Großteil, 82,8% hat  bei einer Bank Schulden.

Spielschulden

 

Dauer der Glücksspielproblematik

Weibliche Betroffene weisen eine kürzere problematische Spieldauer auf, wenn sie zum Erstgespräch kommen. Angaben in %:

Dauer der Glücksspielproblematik

 

Problematische Glücksspielform
Art des Glücksspiels (Mehrfachnennungen waren möglich):

Problematische Glücksspielformen

Das Automatenglücksspiel ist jene Spielform, die für die Suchtentwicklung den höchsten Stellenwert einnimmt.

Während nur 8,2% der Männer online spielen, nutzen Frauen zu einem deutlich höheren Anteil (21,1%) Online-Automatenglücksspiele.

 

Ort des Spielens
(Mehrfachnennungen waren möglich)

Problematische Glücksspielformen

 

Beratungs- und Therapiemotivation
(Mehrfachnennung möglich)

Als Hauptmotiv für die Vereinbarung eines Erstgesprächs wurde von 59,6% der Betroffenen finanzieller Druck infolge des Glücksspiels genannt. Beinahe ebenso starke Motive waren psychische Probleme (59,1%), sowie familiäre Schwierigkeiten (58,1%). Berufliche Gründe wurden von 12,6%angegebenundrechtliche Gründe benannten 8,3% der GlücksspielerInnen als Behandlungsmotiv.

 

Belastungsfaktoren

Bei 46,5% der Betroffenen sind zusätzliche psychiatrische Störungen feststellbar.
Von diesen Personen leiden 61,7% an Depressionen, 13,1% an Persönlichkeitsstörungen, 18,7% an Angststörungen und 6,5% an anderen Störungen.
9,5% der Betroffenen 2013 haben bereits einen Suizidversuch unternommen.
Weibliche Glücksspielerinnen sind stärker von Depressionen belastet und unternehmen häufiger Suizidversuche.

 

Beschreibung der Angehörigen in ambulanter Behandlung/Beratung

114 Angehörige haben in den Jahren 2010–2013 (aufgrund kleiner jährlicher Fallzahlen erfolgte die Auswertung über den gesamten Zeitraum) in den Beratungseinrichtungen Unterstützung aufgrund der Spielsucht einer nahestehenden Person gesucht.

Geschlecht
75,4 % der hilfesuchenden Angehörigen sind Frauen.

Art der Beziehung
Angehörige, die eine Beratung aufsuchen, sind in erster Linie die Partnerinnen
mit einem Anteil von 59,6 %, Eltern bzw. Elternteile haben einen Anteil von 21,1 %.

Folgeproblematik für Angehörige
(Mehrfachnennungen waren möglich)

Die größte Auswirkung durch die Spielsucht eines Familienmitgliedes auf Angehörige betreffen familiäre und psychische Schwierigkeiten (jeweils 74,6 %). Ähnlich schwer wiegen aber auch die finanziellen Probleme (63,2 %).

Versuche der Angehörigen, auf das Spielverhalten Einfluss zu nehmen (Mehrfachnennungen waren möglich)

Die häufigste Maßnahme auf den Spielenden einzuwirken wird in Form von Gesprächen (90,4 %) versucht. 49,1 % der Angehörigen haben die Geldverwaltung übernommen und 18,4% gibt weitere Kontrolltätigkeiten (z.B. Geldbörseninspektion) an.

Erwartungen der Angehörigen an eine Spielsuchtberatung

Der Großteil der Angehörigen vereinbart einen Beratungstermin, um für sich
Unterstützung in psychischer Hinsicht bzw. zur Druckentlastung zu holen. Bedeutsam sind für Angehörige darüber hinaus Informationen zum Krankheitsbild sowie Hilfestellungen für das eigene Verhalten.