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Behandlungsdaten 2014

 

Darstellung der ambulant behandelten GlücksspielerInnen 2014

Der Anteil der GlücksspielerInnen, die in Suchtberatungsstellen Hilfe suchen, ist im Jahr 2014 nicht weiter angestiegen. Der Rückgang der SpielerInnen beträgt 13% im Vergleich zum Vorjahr. Da es 2014 zu keiner Reduzierung von Behandlungs-, Beratungsleistungen für GlücksspielerInnen kam, und es kein festgelegtes Beratungszeitkontingent ausschließlich für GlücksspielerInnen gibt, ist dieser Rückgang hauptsächlich durch eine Erhöhung des Behandlungsanteils bei anderen Suchtdiagnosegruppen möglich gewesen.

 

Anzahl der SpielerInnen in ambulanter Behandlung

Anzahl der ambulant behandelten GlücksspielerInnen

 

Alter

Das Durchschnittsalter der GlücksspielerInnen beträgt insgesamt 36,9 Jahre. Das Durchschnittsalter der männlichen Klienten liegt bei 35,4 Jahren, bei den weiblichen Glücksspielerinnen liegt das durchschnittliche Alter bei 44,5 Jahren.

Anzahl der ambulant behandelten GlücksspielerInnen

 

Geschlecht

Unter den Personen, die  2014 eine glücksspielspezifische Beratung aufsuchten, waren  83% männlich und 17% weiblich.

 

Familienstand

Beim Familienstand zeigt sich keine Veränderung im Vergleich mit den vergangenen Jahren. 49,9% der SpielerInnen waren zum Zeitpunkt des Erstgesprächs verheiratet bzw. lebten in einer Lebensgemeinschaft, 33,9 % waren ledig, 14,9% geschieden.

Altersverteilung der GlücksspielerInnen

 

Berufliche Situation

Auch bei der beruflichen Situation der Betroffenen zeigen sich keine Veränderungen  im Vergleich mit den vergangenen Jahren.

Altersverteilung der GlücksspielerInnen

 

Spielschulden

Etwa 22,85% der Betroffenen geben an, schuldenfrei zu sein.

67% der GlücksspielerInnen haben infolge ihres Glücksspiels Schulden, davon 27,2% bis 7.000 Euro, 34,6% bis 35.000 Euro, 14,4% bis 70.000 Euro und 10,7% über 70.000 Euro. 13,2% machten beim Thema Schulden keine weiteren Angaben. Die Hälfte (49,6%) hat bei einer Bank Schulden.

Spielschulden

 

Dauer der Glücksspielproblematik

Weibliche Betroffene weisen eine kürzere problematische Spieldauer auf, wenn sie zum Erstgespräch kommen.

Angaben in Prozent:

Dauer der Glücksspielproblematik

 

Problematische Glücksspielform
Art des Glücksspiels (Mehrfachnennungen waren möglich):

Problematische Glücksspielformen

Das Automatenglücksspiel ist jene Spielform, die für die Suchtentwicklung den höchsten Stellenwert einnimmt.

Während nur 13,03% der Männer online spielen, nutzen Frauen zu einem deutlich höheren Anteil (20,37%) Online-Automatenglücksspiele.

 

Ort des Spielens
(Mehrfachnennungen waren möglich)

Problematische Glücksspielformen

 

Beratungs- und Therapiemotivation
(Mehrfachnennung möglich)

Als Hauptmotiv für die Vereinbarung eines Erstgesprächs wurden von 66,3% der Betroffenen familiäre Schwierigkeiten infolge des Glücksspiels genannt. Beinahe ebenso starke Motive waren finanzieller Druck (63,8%), sowie psychische Probleme (54,3%). Berufliche Gründe wurden von 12,1% angegeben und rechtliche Gründe benannten 11,7% der GlücksspielerInnen als Behandlungsmotiv.

 

Belastungsfaktoren

Bei 52,7% der Betroffenen sind zusätzliche psychiatrische Störungen feststellbar. Von diesen Personen leiden 26,0% an Depressionen, 6,0% an Persönlichkeitsstörungen, 4,4% an Angststörungen und 6,3% an anderen Störungen. 7,3% der Betroffenen 2014 haben bereits einen Suizidversuch unternommen. Weibliche Glücksspielerinnen sind stärker von Depressionen belastet.

 

Beschreibung der Angehörigen in ambulanter Behandlung/Beratung

165 Angehörige haben in den Jahren 2010 - 2014 (aufgrund kleiner jährlicher Fallzahlen erfolgte die Auswertung über den gesamten Zeitraum) in den Beratungseinrichtungen Unterstützung aufgrund der Spielsucht einer nahestehenden Person gesucht.

Geschlecht
75,8 % der hilfesuchenden Angehörigen sind Frauen.

Art der Beziehung
Angehörige, die eine Beratung aufsuchen, sind in erster Linie die Partnerinnen mit einem Anteil von 58,8 %, Eltern bzw. Elternteile haben einen Anteil von 22,4 %.

Folgeproblematik für Angehörige
(Mehrfachnennungen waren möglich)

Die größte Auswirkung durch die Spielsucht eines Familienmitgliedes auf Angehörige betreffen familiäre (73,9%) und psychische Schwierigkeiten (75,2 %). Ähnlich schwer wiegen aber auch die finanziellen Probleme (65,5 %).

Versuche der Angehörigen, auf das Spielverhalten Einfluss zu nehmen (Mehrfachnennungen waren möglich)

Die häufigste Maßnahme auf den Spielenden einzuwirken wird in Form von Gesprächen (92,1 %) versucht. 44,2 % der Angehörigen haben die Geldverwaltung übernommen und 20,6% gibt weitere Kontrolltätigkeiten (z.B. Geldbörseninspektion) an.

Erwartungen der Angehörigen an eine Spielsuchtberatung

Der Großteil der Angehörigen vereinbart einen Beratungstermin, um sich über Hilfestellungen für das eigene Verhalten zu informieren bzw. um sich Ratschläge zur Druckentlastung zu holen. Bedeutsam sind für Angehörige darüber hinaus Informationen zum Krankheitsbild, psychische Unterstützung sowie eine Möglichkeit zur Aussprache der Problemlage.