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Behandlungsdaten 2015

 

Darstellung der ambulant behandelten GlücksspielerInnen 2015

Der Anteil der GlücksspielerInnen, die in Suchtberatungsstellen Hilfe suchen, ist im Jahr 2015 um 4,9% im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf eine Reduzierung von Behandlungs-, Beratungsleistungen für GlücksspielerInnnen aufgrund allgemeiner finanzieller Kürzungen zurückzuführen.

 

Anzahl der ambulant behandelten GlücksspielerInnen

 

Alter

Das Durchschnittsalter der GlücksspielerInnen beträgt insgesamt 37,5 Jahre. Das Durchschnittsalter der männlichen Klienten liegt bei 36,4 Jahren, bei den weiblichen Glücksspielerinnen liegt das durchschnittliche Alter bei 42,4 Jahren.

Anzahl der ambulant behandelten GlücksspielerInnen

 

Geschlecht

Unter den Personen, die 2015 eine glücksspielspezifische Beratung aufsuchten, waren  80,6% Männer und 19,4% Frauen.

 

Familienstand

Beim Familienstand zeigt sich kaum eine Veränderung im Vergleich mit den vergangenen Jahren. 54,3% der SpielerInnen waren zum Zeitpunkt des Erstgesprächs verheiratet bzw. lebten in einer Lebensgemeinschaft, 31,7 % waren ledig, 12,9% geschieden.

Altersverteilung der GlücksspielerInnen

 

Berufliche Situation

Auch bei der beruflichen Situation der Betroffenen zeigen sich nur geringe Veränderungen  im Vergleich mit den vergangenen Jahren.

Altersverteilung der GlücksspielerInnen

 

Spielschulden

Etwa 12,4% der Betroffenen geben an, schuldenfrei zu sein.

83,8% der GlücksspielerInnen haben infolge ihres Glücksspiels Schulden, davon 22,8% bis 5.000 Euro, 15,6% bis 10.000 Euro, 37,1% bis 50.000 Euro, 7,8% bis 100.000 Euro und 3,0% über 100.000 Euro. 3,8% machten beim Thema Schulden keine weiteren Angaben. Mehr als die Hälfte (59,1%) hat  bei einer Bank Schulden.

Spielschulden

 

Dauer der Glücksspielproblematik

Weibliche Betroffene weisen eine kürzere problematische Spieldauer auf, wenn sie zum Erstgespräch kommen.

Angaben in Prozent:

Dauer der Glücksspielproblematik

 

Problematische Glücksspielform
Bevorzugte Art des Glücksspiels (Mehrfachnennungen waren möglich):

Problematische Glücksspielformen

Das Automatenglücksspiel ist jene Spielform, die für die Suchtentwicklung den höchsten Stellenwert einnimmt.

Online-Angebote werden vor allem im Bereich der Sportwetten genutzt. Hier ist der Anteil der online (PC und/oder Handy) Spielenden höher als der, der Spielenden in Spiellokalen.

 

Ort des Spielens
(Mehrfachnennungen waren möglich)

Problematische Glücksspielformen

 

Beratungs- und Therapiemotivation
(Mehrfachnennung möglich)

Als Hauptmotiv für die Vereinbarung eines Erstgesprächs wurden von 71,0% der Betroffenen psychische Probleme wegen des Glücksspielverhaltens genannt. Ebenfalls stark ausgeprägte Motive waren finanzieller Druck (66,1%), sowie familiäre Schwierigkeiten (57,5%). Berufliche Gründe wurden von 10,2% angegeben und rechtliche Gründe benannten  auch 10,2% der GlücksspielerInnen als Behandlungsmotiv.

Geschlechtsunterschiede zeigen sich hierbei vor allem bei der finanziellen Belastung als Behandlungsmotivation. Diese ist bei den weiblichen Glücksspielerinnen deutlich stärker ausgeprägt.

 

Belastungsfaktoren

SpielerInnen, die eine Beratungsstelle aufsuchen leiden häufig auch an anderen Störungen bzw. sind auf Grund ihrer Lebensumstände sehr belastet.

Am häufigsten werden psychosoziale Probleme (beruflich, finanziell, psychisch) genannt (48,9%).

33,9% leiden an Depressionen, 12,9% an Persönlichkeitsstörungen und 5,9% an Angststörungen. Eine familiäre Vorbelastung durch Sucht geben 24,2% der SpielerInnen an, 11,3% haben bereits Delikte begangen.

Bei ca. 10% der SpielerInnen war neben dem problematischen Glücksspielverhalten eine Alkoholabhängigkeit feststellbar.

10,2% der Betroffenen 2015 haben bereits einen Suizidversuch unternommen.

 

Beschreibung der Angehörigen in ambulanter Behandlung/Beratung

186 Angehörige haben in den Jahren 2010 - 2015  in den Beratungseinrichtungen Unterstützung aufgrund der Spielsucht einer nahestehenden Person gesucht.

Geschlecht
76,9% der hilfesuchenden Angehörigen sind Frauen.

Art der Beziehung
Angehörige, die eine Beratung aufsuchen, sind in erster Linie die PartnerInnen mit einem Anteil von 59,7%, Eltern bzw. Elternteile haben einen Anteil von 23,1%.

Folgeproblematik für Angehörige
(Mehrfachnennungen waren möglich)

Die größte Auswirkung durch die Spielsucht eines Familienmitgliedes auf Angehörige betreffen psychische (77,4%) und familiäre Schwierigkeiten (75,3 %). Ähnlich schwer wiegen aber auch die finanziellen Probleme (64,0%).

Versuche der Angehörigen, auf das Spielverhalten Einfluss zu nehmen (Mehrfachnennungen waren möglich)

Die häufigste Maßnahme auf den Spielenden einzuwirken wird in Form von Gesprächen (92,5%) versucht. 46,2% der Angehörigen haben die Geldverwaltung übernommen und 21,5% gibt weitere Kontrolltätigkeiten (z.B. Geldbörseninspektion) an.

Erwartungen der Angehörigen an eine Spielsuchtberatung

Der Großteil der Angehörigen vereinbart einen Beratungstermin, um sich über Hilfestellungen für das eigene Verhalten zu informieren bzw. um sich Ratschläge zur Druckentlastung zu holen. Bedeutsam sind für Angehörige darüber hinaus Informationen zum Krankheitsbild, psychische Unterstützung sowie eine Möglichkeit zur Aussprache der Problemlage.