Sie befinden sich hier:

Behandlungsdaten 2016

 

Darstellung der ambulant behandelten GlücksspielerInnen 2016

Der Anteil der GlücksspielerInnen, die in Suchtberatungsstellen Hilfe suchten, ist im Jahr 2016 um 28% im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Dieser Rückgang kann auf die „Glücksspiel-Pause” zu Beginn des Jahres sowie auf das reduzierte Angebot aufgrund des neuen Glücksspielgesetzes zurückzuführen sein. Darüber hinaus könnte die auch die Tatsache der Registrierpflicht und damit verbunden die Erschwernis der Zugangsmöglichkeit ebenfalls relevant sein.

 

Anzahl der ambulant behandelten GlücksspielerInnen

 

Alter

Das Durchschnittsalter der GlücksspielerInnen beträgt insgesamt 36,11 Jahre. Das Durchschnittsalter der männlichen Klienten liegt bei 34,66 Jahren, bei den weiblichen Glücksspielerinnen liegt das durchschnittliche Alter bei 45,44 Jahren.

Anzahl der ambulant behandelten GlücksspielerInnen

 

Geschlecht

Unter den Personen, die 2016 eine glücksspielspezifische Beratung aufsuchten, waren 86,6% Männer und 13,4% Frauen.

 

Familienstand

Beim Familienstand zeigt sich kaum eine Veränderung im Vergleich mit den vergangenen Jahren. 46,2% der SpielerInnen waren zum Zeitpunkt des Erstgesprächs verheiratet bzw. lebten in einer Lebensgemeinschaft, 35,3% waren ledig, 16,0% geschieden.

Altersverteilung der GlücksspielerInnen

 

Berufliche Situation

Auch bei der beruflichen Situation der Betroffenen zeigen sich nur geringe Veränderungen im Vergleich mit den vergangenen Jahren.

Altersverteilung der GlücksspielerInnen

 

Spielschulden

81,5% der GlücksspielerInnen haben infolge ihres Glücksspiels Schulden.

21,0% sind bis 5.000 Euro verschuldet, 15,1% bis 10.000 Euro, 31,9% bis 50.000 Euro, 9,2% bis 100.000 Euro und 4,2% über 100.000 Euro. Etwa 11,8% der Betroffenen geben an, schuldenfrei zu sein.

6,7% machten beim Thema Schulden keine weiteren Angaben. Mehr als die Hälfte (61,3%) hat bei einer Bank Schulden.

Spielschulden

 

Dauer der Glücksspielproblematik

Angaben in Prozent:

Dauer der Glücksspielproblematik

 

Problematische Glücksspielform
Bevorzugte Art des Glücksspiels (Mehrfachnennungen waren möglich):

Problematische Glücksspielformen

Das Automatenglücksspiel ist jene Spielform, die für die Suchtentwicklung den höchsten Stellenwert einnimmt.

Onlineangebote für das Automatenglücksspiel und Sportwetten haben bei jenen Personen, die 2016 eine Beratung aufsuchten, keinen hohen Stellenwert. Der Anteil liegt unter 8%

 

Ort des Spielens
(Mehrfachnennungen waren möglich)

Problematische Glücksspielformen

 

Beratungs- und Therapiemotivation
(Mehrfachnennung möglich)

Als Hauptmotiv für die Vereinbarung eines Erstgesprächs wurden von 76,5% der Betroffenen psychische Probleme wegen des Glücksspielverhaltens genannt. Ebenfalls stark ausgeprägte Motive waren finanzieller Druck (61,3%), sowie familiäre Schwierigkeiten (58,0%). Berufliche Gründe wurden von 15,1% angegeben und rechtliche Gründe benannten auch 9,2% der GlücksspielerInnen als Behandlungsmotiv.

Geschlechtsunterschiede zeigen sich hierbei vor allem bei der finanziellen und psychischen Belastung als Behandlungsmotivation. Diese sind bei den weiblichen Glücksspielerinnen deutlich stärker ausgeprägt.

 

Belastungsfaktoren

SpielerInnen, die eine Beratungsstelle aufsuchen leiden häufig auch an anderen Störungen bzw. sind auf Grund ihrer Lebensumstände sehr belastet.

Am häufigsten werden psychosoziale Probleme (beruflich, finanziell, psychisch) genannt (59,7%). 32,8% leiden an Depressionen, 6,7% an Persönlichkeitsstörungen und 6,7% an Angststörungen. Eine familiäre Vorbelastung durch Sucht geben 16,8% der SpielerInnen an, 14,3% haben bereits Delikte begangen.

10,9% der Betroffenen 2016 haben bereits einen Suizidversuch unternommen.

 

Beschreibung der Angehörigen in ambulanter Behandlung/Beratung

204 Angehörige haben in den Jahren 2010 - 2016 in den Beratungseinrichtungen Unterstützung aufgrund der Spielsucht einer nahestehenden Person gesucht.

Geschlecht
77,9% der hilfesuchenden Angehörigen sind Frauen

Art der Beziehung
Angehörige, die eine Beratung aufsuchen, sind in erster Linie die PartnerInnen mit einem Anteil von 58,8%, Eltern bzw. Elternteile haben einen Anteil von 24,0%.

Folgeproblematik für Angehörige
(Mehrfachnennungen waren möglich)

Die größte Auswirkung durch die Spielsucht eines Familienmitgliedes auf Angehörige betreffen psychische (77,9%) und familiäre Schwierigkeiten (76,5 %). Ähnlich schwer wiegen aber auch die finanziellen Probleme (65,2%).

Versuche der Angehörigen, auf das Spielverhalten Einfluss zu nehmen (Mehrfachnennungen waren möglich)

Die häufigste Maßnahme auf den Spielenden einzuwirken wird in Form von Gesprächen (92,2%) versucht. 45,6% der Angehörigen haben die Geldverwaltung übernommen und 21,6% gibt weitere Kontrolltätigkeiten (z.B. Geldbörseninspektion) an.

Erwartungen der Angehörigen an eine Spielsuchtberatung

Der Großteil der Angehörigen vereinbart einen Beratungstermin, um sich über Hilfestellungen für das eigene Verhalten zu informieren bzw. um sich Ratschläge zur Druckentlastung zu holen. Bedeutsam sind für Angehörige darüber hinaus Informationen zum Krankheitsbild, psychische Unterstützung sowie eine Möglichkeit zur Aussprache der Problemlage.